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Wettbewerb

Wettbewerb Hotelerweiterung Kloster Eberbach

Realisierungswettbewerb Hotelerweiterung Kloster Eberbach in Eltville im Rheingau

LEITIDEE/STÄDTEBAULICHE EINBINDUNG

Das Kloster Eberbach gibt wunderbare Eindrücke längst vergangener Zeiten. Die Anlage besteht aus groß- und kleinmaßstäblichen Gebäuden die von Mauern zusammengehalten werden und das Klostergelände umschließen, es teilweise wie Adern durchdringen. Die Mauern schließen an Bauwerke an, führen entlang vieler Wege und bilden Plätze, Höfe und Terrassen aus. Bestandsgebäude und Mauern fügen sich zu einem Ensemble. Das neue Hotel besteht ebenfalls aus eigenständig ablesbaren Baukörpern und Mauern, die das bereits bestehende Prinzip fortführen. Mit der teilweise Senkung des Geländeniveaus des Baugrundstück auf Höhe der vorgelagerten Straße, entstehen zwischen den neuen Gebäuden, den bestehenden Gebäuden und Mauern Höfe mit hoher Aufenthaltsqualität, ein Hotel-Ensemble. Orientierungspunkt für Hotelgäste und Klosterbesucher ist das neue Gebäude der Rezeption. Dieses besetzt gut sichtbar die prägnante Mauerecke, bezieht so die bestehende Mauer gezielt mit ein. In Größe und Lage kommuniziert die Rezeption mit dem bestehenden Schulhaus. Dieses wird bewahrt, innenräumlich gewandelt und ergänzt die Gastronomie als besonderen Veranstaltungsort. Von Süden nach Norden, etwas zurückgesetzt in zweiter Reihe, verläuft in Verlängerung des bestehenden Hotelgebäudes das Hauptgebäude des neuen Hotel-Ensembles. Das Hauptgebäude nimmt die topografischen Eigenarten des Klostergeländes auf, indem er dem Verlauf des Hangs folgt, auf Höhenunterschiede reagiert. Der Baukörper wird selbst zur „Mauer“ und bildet nach Westen hin den Abschluss des Ensembles. Die bestehende Außenanlage des Hotelbestandes zum Hang hin wird verlängert und weitet sich zwischen Bestands- und Neubau auf. Es entsteht ein neuer, kleiner Hof, der zum einen die Gebäude auf Abstand hält, zum andern ihre Verbindung betont.
ÄUSSERE UND INNERE ERSCHLIESSUNG
Zentrale Verteiler
Das neue, vorgelagerte Gebäude der Rezeption mit Zugangsmöglichkeit von der Straßen- und der Hofseite ist der Hauptanlaufpunkt für Hotel- und Tagungsgäste. Der daran anschließende, eingeschossige Verteilerbau verbindet die Lobby mit den beiden Hotelgebäuden. Zentral gelangt der Gast von hier aus entweder in den Hotelneubau mit hangseitigen Fluren und drei vertikalen Erschließungskernen oder in den denkmalgeschützten Hotelbestand. Die Treppe des Bestands wird durch einen Aufzug ergänzt und an das Nordende, in Richtung Rezeption verlegt. Die Anlieferung des Hotelneubaus erfolgt separat im Norden, am nördlichen Zugang. Der neu entstandene Hof fungiert ebenfalls als Verteiler. Von hier aus gelangt man in die Rezeption, hier schließen die Sondernutzungen Tagung, Gastronomie, Außenterrasse an. Wellness- und Fitnessbereich befindet sich im EG des Hotelbestands und ist sowohl über den Verteiler, als auch über den bestehenden Zugang von der Straßenseite aus zugänglich.

ARCHITEKTONISCHES KONZEPT

Der Ort besitzt eine besondere Atmosphäre. Er strahlt Größe und Ruhe aus. Die einzelnen Gebäude und Plätze fügen sich zu einem großen Ganzen, funktionieren nur gemeinsam. Dies ist Bestandteil unseres Entwurfsgedankens. Das Hotel funktioniert nur als Ensemble aus Alt und Neu. Der gewissenhafte Umgang mit den bestehenden Klostergebäuden und -mauern führt dazu, dass sich das neue Hotel-Ensemble unaufgeregt den gegebenen Strukturen anpasst und zu einem Teil der Klosteranlage wird. Ohne zu großes Aufsehen zu erregen und ohne den Respekt zu verlieren, dennoch deutlich in Kubatur und Formensprache geben sich die Neubauten als zeitgemäße Architektur zu erkennen. Das historische Hotelgebäude und das historische Schulgebäude finden sich in Form und Proportion in den Neubauten wieder und fungieren zudem als wichtige Bestandteile zur Generierung von neuen (Zwischen-) Räumen mit Begegnungspotenzial im Kloster Eberbach.

RÄUMLICHE ORGANISATION

Das neue Hotel verteilt sich auf vier Gebäude: die Rezeption mit Verteiler, den Hotelbestandsbau, den Hotelneubau, und das ehemalige Schulhaus. Über die Rezeption gelangen die Gäste auf kurzen Wegen in die jeweiligen Hotelgebäude mit den Hotelzimmern in den Obergeschossen und Sonderfunktionen im EG bzw. 1. OG. Im Hotelneubau befinden sich im EG, mit Anbindung an den Außenraum Hof, die Tagungsräume. Anschließend daran sind dienende Räume untergebracht, die teilweise im Gelände eingegraben sind. Die Gastronomie befindet sich im 1.OG. Sie fungiert als Bindeglied zwischen Hotel- und Tagungsbereich und ist mit einem Geländesprung auch über den Hof zu erreichen. Das alte Schulhaus ergänzt die Gastronomie. Der Hotelbestandsbau beherbergt im OG auch weiterhin Übernachtungszimmer. Im EG befinden sich die Wellness- und Fitnessräume mit angeschlossenem Außenbereich, mit Eisbecken, Außendusche und Ruhezone. Den Raum zwischen Verteilerflur, Hotelneubau und Hotelbestandsbau besetzt ein Kräutergarten.

UMGANG MIT DEM DENKMALSCHUTZ

Das Kloster Eberbach bietet aufgrund seiner beeindruckenden Geschichte einzigartige und erhaltenswerte Situationen, Gebäude und Plätze. Unser Entwurf vereint Bestand und Neu, legt Besonderheiten frei, hält gebührenden Abstand, wertet auf, stellt Bezüge her, fügt sich in Größe, Masse und Erscheinung in die Anlage ein und ergänzt diese gleichzeitig zeitgemäß und selbstbewusst.

  • Auslober

    Stiftung Kloster Eberbach

  • Planung

    2021